TALKING TOWER

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Aktuelles Programm

Ruf den Turm an!

Ab jetzt könnt ihr unseren Talking Tower auch anrufen! Unter der Nummer 0170 7107178 könnt ihr eine Minute lang mit eurer Stimme den Output der Lichtinstallation bestimmen. Schon mal Licht in den Nachthimmel gesungen? Nein? Dann probiert es aus!

Pixel schieben!

Die interaktive Anwendung lädt jede Nacht von 17:00 bis 05:00 Uhr zum Spielen mit dem Turm ein. Bringt die Fenster des Ernemannturms mit Eurem Smartphone zum Leuchten!

Farb-Nachrichten

Feten, Feste, Feiern, Rückschläge, Anschläge, Niederschläge – was auch immer Dresden bewegt, lässt sich nun jeden Abend um 20, 22 und 24 Uhr in den farbig leuchtenden Fenstern des Ernemannturms ablesen…

Die dafür benötigten emotionalen Informationen werden durch sprachliche Analysen von Tweets der Tageszeitung DNN ermittelt, welche täglich über aktuelle Geschehnisse in Dresden twittert.

Den Algorithmus für die sprachlichen Analysen lieferte Eva Hauthal vom Institut für Kartographie der TU Dresden, die sich in ihrer Doktorarbeit mit der Extraktion von ortsbezogenen Emotionen aus sozialen Medien, sowie deren Analyse und Visualisierung beschäftigte.

Konzept

Der Leuchtturm. Stoisch steht er in der Brandung und schickt sein Signal in die Nacht. Ob es einen Empfänger erreicht oder nicht, spielt keine Rolle. Er ist eine kommunikative Einbahnstraße, bei der Sender und Empfänger fix zugewiesene Rollen sind. Das trifft über Jahrtausende auch für die Medien zu, bis das Internet unter dem Begriff des „Web 2.0” diese uralte Einschränkung aufhebt. Empfänger werden zu Usern, also Nutzern, die kommentieren und auch selbst aktiv Inhalte gestalten. Soweit nichts Neues.

Mit der Lichtinstallation auf dem Turm der Technischen Sammlungen wird der Leuchtturm ins 21. Jahrhundert geholt. Dafür muss er sprechen lernen; es muss sein einseitiges Sendungs­bewusstsein überwunden und ihm Zuhören beigebracht werden.

Mit Mattfolie bespannt und von kräftigen LED-Schein­werfern hinterleuchtet, wird die oberste Fenster­reihe des Turms zum großen Display hoch über den Dächern der Stadt. Damit erhält der Turm eine Vielzahl an Ausdrucks­möglichkeiten. Er kann jede beliebige Farbe anzeigen, kann schwellen, pulsen, wabern, blitzen, vibrieren, funkeln, rotieren – diese Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Über das Smartphone ist es möglich, direkt in Echt­zeit mit dem Turm zu inter­agieren und selbst mitzubestimmen, was er in die Nacht hinaus­schickt. Durch den gleich­zeitigen Zugriff Mehrerer auf den Turm ergibt sich eine weitere Ebene: Die Kommunikation unter­einander über den Turm. So wird der Turm wird zum Gesprächs­partner, zum Talking Tower.

Aufbau

Technik

16 LED-Strahler, für jedes Fenster einer, lassen die einzelnen Fenster des Turms farbig leuchten. In jedem Strahler sind Leucht­dioden in den Farben Rot, Grün und Blau verbaut. Die LEDs liegen so dicht beieinander, dass sich die Einzel­farben am Fenster zu einer gemeinsamen Mischfarbe überlagern.

Ein kleiner Computer, ein Raspberry Pi, kontrolliert die Geschehnisse im Turm. Mehrere node.js-Programme sorgen dafür, dass entweder vorbereitete Licht­spiele wieder­gegeben werden, oder die aktuellen Farben der Benutzer der App in Echtzeit zu sehen sind.

Der Raspberry Pi wird dabei von zwei Seiten entlastet: Er muss die Strahler nicht direkt ansteuern, sondern gibt die Farb­informationen ganz entspannt an einen Mikro­controller, einen Arduino, der taktgenau und standard­konform das DMX-Signal für die Strahler erzeugt.

Auf der anderen Seite unterstützt ein leistungs­fähiger Server den kleinen Computer im Turm. Anfangs war der Pi per Mobilfunk mit dem Server verbunden, mittler­weile hat er eine Stand­leitung zum Internet. Der Server kümmert sich neben dieser Webseite um die Bereit­stellung der App und schirmt damit den Pi komplett von Besuchern ab. Damit die Farben der Turmpiloten von der App zum Turm gelangen und auch die anderen Dienste rund um den Turm laufen, sind auf dem Server weitere handgemachte node.js-Programme im Einsatz.

Die LED-Strahler haben eine maximale Leistungs­aufnahme von 20 Watt. Für den Fall, dass alle Strahler auf allen Farbkanälen mit voller Helligkeit leuchten, fallen gerade mal 320 Watt an. Auch die Rechen­technik ist mit weniger als 10 Watt Leistungs­aufnahme sehr sparsam. Zum Vergleich: Die gesamte Installation benötigt unter Volllast weniger Strom als jeder einzelne der großen Strahler der Außenbeleuchtung.

DMX ist ein gängiger Standard zur Steuerung von Lichttechnik. Arduino ist eine vielseitig verwendbare Mikrocontroller-Plattform. Der Raspberry Pi ist ein kostengünstiger, stromsparender Minicomputer. Die quelloffene Software node.js erlaubt es, beliebige Anwendungen mit der Sprache JavaScript zu realisieren und macht durch ihren asynchronen, ereignisgesteuerten Arbeitsfluss eine gute Figur bei anspruchsvollen Server-Aufgaben.

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Zukunft

Während des gesamten Jahrs des Lichts wird die Installation kontinuierlich weiter­entwickelt und die Interaktionsmöglichkeiten mit dem Turm werden ausgebaut und verfeinert. Die Arbeit am Talking Tower sehen wir als offenen Prozess, zu dem wir alle Interes­sierten einladen. Ob allein oder als engagierter Verein – teilt eure Ideen zum Talking Tower mit uns . Schreibt einfach eine Email an mail@kazoosh.com.

Über KAZOOSH!

Kazoosh! ist eine Plattform für inter­disziplinäre Zusammenarbeit und offen für Menschen mit verschiedensten Hintergründen beispielsweise aus der Medien­informatik, Elektro­technik, freien Kunst oder Architektur. Mit dem Interesse interaktive Instal­lationen zu schaffen und Wissen auszutauschen, wird der Entwicklungs­prozess vom Konzept bis zur Umsetzung lebendig in die Beschäftigung eingebunden. Eine selbständige und hierarchielose Kooperation ermöglicht, dass sich jede_r mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten einbringt.

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